Kleintierpraxis am Großen Garten

Fachtierärztin Dr. med. vet. Kathrin von Jagemann

Stechmücken und Co.

Diese Insekten sind zwar bei auch uns lästig, für Hund und Katze aber keine Gefahr. Anders ist es in südlichen Ländern, wo sie gefährliche Erkrankungen (Leishmaniose, Diroliariose) übertragen.

Leishmaniose

Die Leishmaniose kommt im gesamten Mittelmeerraum, Frankreich, Süddeutschland, Schweiz, Osteuropa und evtl. Österreich vor. Überträger ist die Sandmücke (Phlebotomus, Schmetterlingsmücke). Die winzigen Mücken sind nachtaktive Blutsauger und attackieren ihren Wirt vornehmlich an wenig behaarten Stellen, häufig im Kopfbereich an Schnauze und Augen. In den betroffenen Regionen werden alle Hunde regelmäßig von Sandmücken gestochen, jedoch sind nur etwa 20 % mit dem Erreger (Leishmania infantum, ein einzelliger Parasit) infiziert. Auch beim Menschen existieren Leishmaniose-Erkrankungen.

Leishmanien befallen die weißen Blutkörperchen (Fresszellen) im Knochenmark und schädigen die Organe, besonders Leber, Milz und Nieren, unbehandelt bis hin zum Tod des Tieres. Die Inkubationszeit kann bis zu mehreren Jahren andauern, bevor sich eine chronische Erkrankung entwickelt. Kommt es dann zum Ausbruch, beschleunigt sich der Krankheitsverlauf und kann innerhalb von Wochen zum Tod des Tieres führen.

Symptome einer klinischen Leishmaniosemanifestation können Hautschädigungen, Augenerkrankungen, Durchfall, Lahmheit, sowie allgemeine Trägheit und Appetitlosigkeit, begleitet von schleichendem Gewichtsverlust sein. Hinzu kommen Blutarmut und Nierenversagen.

Unbehandelt ist Leishmaniose für Hunde meist tödlich. Nach Behandlung ist eine Heilung in wenigen Fällen bekannt, aber nicht die Regel. Der Normalfall ist derzeit, dass man bei frühzeitiger Erkennung vielen Hunden nach genauer Diagnostik und nachfolgender, speziell abgestimmter Therapie für einige Zeit, manchmal auch Jahre, ein erträgliches Leben bieten kann.

Es existiert keine Impfung, daher gilt genau wie bei der Herzwurmerkrankung der Grundsatz: Schützen Sie Ihren Hund vor Mückenstichen.

Dirofilariose (Herzwurmerkrankung)

Diese Erkrankung wird durch Fadenwürmer (Dirofilaria immitis) verursacht und durch stechende Insekten (Stechmücken, Zecken, Flöhe) übertragen.
Diese gelangen als winzige Mikrofilarien zunächst durch die Stichwunde in die Haut und wandern bis in die großen Blutgefäße. Dort verankern sie sich und wachsen bis auf eine Länge von etwa 30 cm heran.

Symptome (Husten, Gewichtsverlust, Leistungsverminderung) werden oft erst nach Monaten und Jahren beobachtet. Bei starkem Befall kommt es auch zum Tod des Hundes.

Die Behandlung ist komplex und relativ gefährlich, denn die abgetöteten Fadenwürmer werden mit dem Blutkreislauf in die Lunge transportiert, wo sie Embolien auslösen können. Gegebenenfalls ist zusätzlich eine chirurgische Entfernung der erwachsenen Würmer erforderlich.

Neben Hunden befällt Dirofilaria immitis auch andere Fleischfresser (z.B. Katzen). Auch beim Menschen sind, wenn auch sehr selten, Herzwurmerkrankungen beobachtet worden.

Lesen Sie alle Informationen über Stechmücken in dieser PDF-Datei.